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Letztes Scharfrichterbeil liegt heute in dem Museum

Glückstadt (es). Nicht umsonst drohte man früher Gesetzesbrechern: „Pass op, sünst kümms du nah Glückstadt.“ Direkt vor der Einfahrt zum Kleinen Schwibbogen, auf der rechten Seite der Durchfahrt beim Rathaus, befand sich ein Schandpfahl, auch als „Kaaks“ bekannt.


Keine Angst: Das letzte zum Einsatz gekommene Beil liegt heute im Detlefsen-Museum am Fleth. Der Scharfrichter hatte meist einen kurzen Weg, er wohnte am Kremper Tor, heute Bahnübergang Große Kremper Straße.


Es hat in der Geschichte der Elbestadt auch Galgenplätze im Bereich des Außendeichs gegeben. Als Beispiel wird der englische Kapitän Wittle genannt, der im dänischen Dienst stand, aber 1644 die Insel Röm an die Schweden verriet. Er soll am Glückstädter Elbstrand gehängt worden sein.


Bei derartiger Bestrafung wurden gerne öffentliche Plätze gewählt. Mütter, Väter und Kinder sahen dann der Prozedur aus nächster Nähe zu. 1761 soll ein Soldat ein sechsjähriges Kind erschossen haben. Er wurde zunächst auf dem Marktplatz gerädert, nachdem er über neun Wochen an dem Ort der Tat gepeitscht wurde.


1772 und 1773 wird von mehreren Hinrichtungen von Soldaten auf dem Marktplatz berichtet. Der Aberglaube erhielt durch solche Ereignisse zusätzliche Nahrung. 1868 wurde im Zuchthaus am Rethövel der als Raubmörder verurteilte Timm Tode hingerichtet. Alte Glückstädter wollen danach bei Sonnenuntergang oft deutlich seinen Schatten an einer Wand des Gebäudes gesehen haben.


Für die Bevölkerung war es selbstverständlich, dass es in einer Festungsstadt Zuchthäuser und auch Gefängnisse gab. Sie gehörten dazu, lautete die Meinung der Bürgerschaft.

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