Vor 60 Jahren verstarb Heimatdichter Fritz Lau
- AUGUSTIN VERLAG
- 4. Feb.
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Glückstadt (es). Heimat- und Plattdeutsch-Freunde werden in diesem Jahr vielleicht eines Mannes gedenken, der als Dichter lange unter ihnen gelebt hat: Fritz Lau.
Der niederdeutsche Dichter verstarb vor 60 Jahren, 1966, im gesegneten Alter von 94 Jahren. Er hatte im Hause Am Fleth 70 nicht nur gelebt, sondern auch gearbeitet. Das Gebäude jenseits der Hafenbahn war 1857 von dem Gerbermeister Hoff errichtet worden als erstes, mit Teerpappe gedecktes Gebäude im Raum Glückstadt. Hier steht heute die Feuerwache.
Der Gerberhof war, so Hans-Reimer Möller (†), auf dem Platz errichtet worden, wo sich der Standort für die am 24. August 1639 bereits vom dänischen König Christian IV. privilegierte Gerberei befand. Die Urkunde und die der Bestätigung des Privilegs durch Friedrich III. vom 24. Mai 1662 wurden dem Detlefsenmuseum überlassen.
Gegen Änderung
Große Teile der Bevölkerung bedauern, dass Fritz Lau, ehemals „Mitläufer“ in der Zeit des NS-Regimes, in der letzten Zeit immer wieder diskreditiert worden ist. Über 80 Jahre nach Kriegsende wird vehement die Nähe Laus zum NS-Regime in den Fokus gerückt, und der Vorstoß von einigen Kommunalpolitikern gilt dem Ziel, den Namen Fritz-Lau-Platz zu tilgen.
In der rund 11.000 Einwohner zählenden Elbestadt, mit rund sieben Millionen Euro verschuldet, gibt es für Ortspolitiker wahrscheinlich keine dringender zu lösenden Probleme …
Herz für Bürger
In der Nachbarstadt Elmshorn gab es einen ähnlichen Fall, aber dort hatte die Kommunalpolitik ein Herz für die Bürger (und Wähler): Es wurde auf eine Straßenumbenennung verzichtet. Grund: Man wollte den Bewohnern der betreffenden Straße Kosten und Wege ersparen, die für die Änderungen von persönlichen Anschriften erforderlich sind.
Fragt sich, wie lange einige Politiker noch mit medialer Hilfe das Thema „aufwärmen“ wollen. Im Falle einer Änderung des Straßennamens kündigten die ersten Bürger bereits an, künftig nicht mehr an die Wahlurne zu gehen …

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