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Bei der Speeldeel ist der letzte Vorhang gefallen

Die fünfzigseitige Broschüre „Willkommen in Glückstadt“ widmet ihr noch vier Zeilen,aber sie ist jetzt Geschichte.


Die Glückstädter Speeldeel, 1921 als Niederdeutsche Bühne gegründet, gibt es nicht mehr!


Rückläufige Besucherzahlen, weniger Aufführungenund keine neuen Mitspieler haben der Bühne den Garaus gemacht.Viele Ensemblemitglieder mussten durch Tod oder Krankheit ersetzt werden –aber es fand sich kein Nachwuchs.


Der Spielort Sporthalle am Janssenweg war für mich nie ein Anlass, dort hinzugehen.Schweißgeruch und Staub waren auch für andere Freunde der plattdeutschen Sprache ein Grund fernzubleiben.


Ich selbst liebte die Aufführungen im Theater am Jungfernstieg,wo die Ensemble-Mitglieder immer besonders wertgeschätzt wurden.


Ich liebte die Fernsehgastspiele des Ohnsorg-Theaters mitHeidi Kabel, Meike Meinert oder „Opa“ Henry Vahl,habe deren Leistungen aber nie mit denen der Glückstädter Laiendarsteller verglichen.Das wäre ungerecht gewesen.


Plattdeutsch habe ich in der Familie und in der Grundschule bei Klaus Meinert gelernt.Die freie Journalistin Esther Fröbe kam aus Itzehoe,um Rezensionen zu schreiben.


Einmal durfte ich sie vertreten.Klaus Meinert empfing mich am Eingang und sagte mir:„Giff di Möög.“


Als mein Artikel erschien, rief er mich an und sagte:„Hest good maakt.“

Aufführungen in der Gaststätte „Zur Linde“ in Herzhornmit Spielern aus Sommerland und Kollmar sind vielen noch bekannt.


Vielleicht kommt es einmal zu einer Einladung der Seestermüher Speeldeel.

Schade, dass 104 Jahre Niederdeutsche Bühne in Glückstadt der Vergangenheit angehören sollen.


Heinz Eimers

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