Die große Lust auf das Wasser direkt am Wasser
Juli 2026
Glückstadt (es). In einer. bemerkenswerten Selbsthilfe richtete der Glückstädter Sportverein ETSV Fortuna vor 75 Jahren, 1951, in den Filterbecken der früheren Trinkwasseraufbereitungsanlage ein Freibad am Kommandantengraben ein. 1961 übernahm die Stadt Glückstadt dasBad direkt hinter dem bulligen Elbdeich und es erfolgte ein Um- und Ausbau.
1963 wurde das Schwimmbad mit seinen internationalen Abmessungen, den sechs 50-Meter-Bahnen für Mehrkampf, einem Sprung- und Nichtschwimmerbecken der Bevölkerung übergeben. In den Folgejahren gab es eine Vergrößerung der Liegewiese, der Umkleideräume und die Einrichtung eines Planschbeckens für die kleinsten Badegäste. In den Folgejahren kamen eine große Wasserrutsche und ein ,,Wildwasserkanal“ dazu. Die Maßnahmen verbesserten die Daseinsvorsorge und waren immer der Entwicklung angepasst worden.
Vor dem Fortuna-Bad gab es andere Möglichkeiten, sich in den Sommermonaten abzukühlen oder das Schwimmen zu erlernen. ,,Die Glückstädter Badeanstalt am Batardeau“ wurde von Julius Knoop unterhalten und war jeweils vom 22. Mai bis 1. Oktober geöffnet.
Für die der Neuzeit entsprechend eingerichtete Elb-Badeanstalt gelöste Karten wurden auch am Batardeau akzeptiert. In den fünfziger Jahren war das Ehepaar Plön zwischen der großen Lagerhalle der Holzfirma Gehlsen und der Nordermole mit einer Restauration für die Badegäste wie auch Sonnenbader aktiv und für die Badeaufsicht durch die DLRG lag ein Ruderboot gut vertäut in Strandnähe.
Das Baden war hier nicht ungefährlich, denn bei Niedrigwasser ließ mancher Schiffsführer seinen Fischkutter mal trockenfallen, um dem Schiff einen neuen Bodenanstrich zu geben. Bei Flutstrom mussten dann die Löcher im Sand beachtet werden, die der schwere Schiffskörper hinterlassen hatte. Auflaufendes Wasserbrachte eine gefährliche Strömung mit sich, die den Strand streifte und dann in Richtung Nordermole lief.
In den sechziger Jahren war die Wasserqualität schlecht geworden und der Kreis Steinburg verordnete ein Badeverbot. Zu dem Zeitpunkt eröffnete das Fortuna-Bad nach Umbau und mancher Glückstädter sah hier eine ,,Ausschaltung der Konkurrenz“.
Im Fortuna-Bad war die Sicherheit durch hauptamtliche Schwimmmeister und durch Unterstützung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft immer stark ausgeprägt und bis heute erhalten. Verdiente Schwimmausbilder wie Gerhard Heinrich und Wilhelm ,,Willi“ Hoppe sind in guter Erinnerung geblieben. Es stehen weitere Baumaßnahmen im Fortuna-Bad an und vorübergehend muß dann auf Brokdorf, Krempe, Elmshorn oder Wilster ausgewichen werden.
